Na gut, dann will ich den Mannschaftskampf mal aus unserer Sicht aufarbeiten:
Als
ich um kurz nach 8 Uhr eintraf, erwartete mich die erste positive
Überraschung: Wir traten komplett gegen eine Bayer-Mannschaft an, die
mit Wolfgang Jiritschka einen prominenten Ausfall zu verzeichnen hatte.
Auch fehlten die von Querspringer hier im Forum angedrohten prominenten
Verstärkungen.
Ein kurzer Blick auf die Paarungen zeigte eine
gewiise Unterlegenheit an den Brettern 1-3 und 8, während wir an 4-7
zum Teil DWZ-mäßig deutlich überlegen waren.
Insofern konnten
wir nach knapp 90 Minuten zufrieden mit dem Remis zwischen Uli Liebsch
und Andreas Morsch sein - zumal die Stellung auch zumindest von Andreas
Seite keine allzu großen Siegchancen mehr bot....
An den
restlichen Brettern war noch nicht viel entscheidendes geschehen.
Lediglich Martin Prüss standen etwas besser, aber Anderas Schmitz war
recht zuversichtlich, das Ganze wie vor einigen Jahren bei der
Stadtmeisterschaft wieder drehen zu können.
Die Partie Negele
gegen Schönborn hab ich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr
verstanden, aber das passiert mir bei Partien von Thomas eigentlich
fast immer...
Ich selber war sehr gespannt über meine eigene
Leistung, bin ich doch seit 6 Tagen am Fasten und wüsste nicht, ob mir
jeglicher Verzicht von Nahrung nun den klaren Blick ermöglicht oder ob
der ständige Gedanke an Spaghetti Bolognese und Vitello tonnato mir die
Sicht vernebelt.... Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten, als mir
Huzeir Hasanovic dann aber in komplizierter Stellung einen Bauern
schenkte und ich kurze Zeit später mit meinem Turm auf die zweite Reihe
eindringen konnte, war ich mir ziemlich sicher, heute den vollen Punkt
erzielen zu können.
Auch Reiner Prämaßing hatte sich im Übergang
von Mittelspiel ins Endspiel einen kleinen Vorteil
herausgearbeitet und
es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis er den erhofften
Sieg unter Dach und Fach bringen würde.
Auch Andreas war die
vermeintliche Wende gelungen. Er stand zwar etwas gedrückt, doch seine
Mehrqualität schien den Stellungsnachteil locker zu kompensieren..
Da
schmerzte es uns nur wenig, dass Uwe Wirtz gegen Sebastian Lessing
Remis anbieten musste. Nach eigenen Angaben übersah er einen Damenzug,
der ihm einen Bauern kostete. Ob für den "neuen" Jungstar mehr drin
gewesen wäre, kann ich nicht sagen....
Peter Blomeyer treibt mich
ja regelmäßig zum Wahnsinn. Seine Art, an allen Brettern des
Spiellokals mehr Zeit zu verbringen als am eigenen Brett ist aber in
der Vergangenheit recht erfolgreich gewesen. Diesmal übersah er aber
eine taktisch Möglichkeit der zweiten Nachwuchshoffnung, Kristian
Erdmann und musste ebenfalls ins Remis abwickeln. Leider hab ich nicht
viel von dieser Partie mitbekommen, insbesondere die Abschlussstellung
habe ich nicht gesehen, von daher kann ich hier keine Beurteilung
abgeben.
Frank Wirtz ging dann gegen die dritte
"Nachwuchshoffnung" der dritten Bayer-Mannschaft baden. Dem ewig jungen
Werner Kies gelang es, den Königsflügel von Frank zu entblößen und den
Mattangriff zu starten......
Zwischenstabd 1,5 : 2,5
Trotz
des Rückstandes machten wir uns eigentlich keine Sorgen, dann alle
anderen Partien standen besser bis gewonnen für uns. Thomas hatte
Michael Negele klassisch an die Wand gespielt - die Kiebitze raunten
mir ständig zu, dass Thomas jetzt endgültig gewonnen hätte und Michael
Negele eigentlich aufgeben könnte. Doch der fand immer noch einen
Kunstzug, der ihm Dauerschach ermöglicht hätte oder das Spiel zu drehen
drohte. Und zehn Minuten später flüsterten die Kiebitze wieder, dass
jetzt aber Thomas endgültig......usw
Mir gelang dann der volle
Punktgewinn und nachdem Reiner zwischenzeitlich den Faden zu verlieren
drohte, gelang auch ihm der Sieg.
Zwischenstand 3,5:2,5
Andreas
hatte inzwischen die Qualität zurück gegeben, stand immer noch
gedrückt, aber das zahlreiche Publikum sah Andreas weiter auf der
Vorteilsseite
Dann durchzuckte ein Raunen den Saal, Thomas hatte die Partie mit einem ungenauen Zug weggeworfen....
(Hier
sollte der Bericht der Spannung im Saal einfangen und übertragen und
über den weiteren Verlauf der Partien berichten. Doch leider war der
Berichterstatter durch seinen Hungerstreik so geschwächt, dass er den
direkten Weg zu seinem Bett suchte. Wie und warum die beiden letzten
Partien verloren gingen, kann er daher nicht berichten......)
Fazit:
Es ist immer noch zu früh, Bayer II zum Aufstieg zu gratulieren.
Allerdings können sich die Verantwortlichen schon mal mit der
Aufstellung der Verbandsligamannschaft beschäftigen.
Für uns
ist die Niederlage kein Beinbruch, da unsere Aufstiegsambitionen nach
den bitteren Erfahrungen der letzten Verbandsligajahre doch nahe Null
lagen...
Gratulation an Bayer III - euer Sieg war glücklich,
angesichts der guten Leistung der "Nachwuchsbretter" aber nicht
unverdient. Und abschließend möchte ich noch ganz großen Respekt den
Verantwortlichen bei Bayer zeugen, die das Experiment gewagt haben ,
mit talentierten Jugendlichen eine Bezirksligamannschaft zu bestücken.
Ich persönlich hatte ja nach den vielen Niederlagen im letzten Jahr die
Befürchtung, dass die Jungs durch die ständigen Packungen die Lust
verlieren. Die Entwicklung straft mich aber glücklicherweise Lügen -
ich bin gespannt, wie stark Bayer III nächste Saison sein wird......
mf
editiert von: ednett, 09.03.2007, 11:14 Uhr